• UMWELT / KLIMA (15. Dezember 2009)
Die Vereinigten Staaten sind dabei
von Hillary Rodham Clinton

Washington - (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton, der zunächst im International Herald Tribune vom 15. Dezember 2009 erschien.
Unsere Welt befindet sich auf einem Kurs, der nicht nachhaltig ist und nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere Volkswirtschaften und unsere Sicherheit bedroht. Es ist an der Zeit, eine umfassende, funktionsfähige Übereinkunft zum Klimawandel zu schaffen, die uns auf einen neuen Weg bringt.

Ein erfolgreiches Abkommen hängt von einer Reihe von grundlegenden Elementen ab, aber zwei davon sind unerlässlich: Erstens, dass alle großen Volkswirtschaften auf nationaler Ebene starke Aktionspläne ausarbeiten und entschlossen daran gehen, sie umzusetzen, und zweitens, dass sie sich auf ein System einigen, dass volle Transparenz ermöglicht und Vertrauen schafft, dass Pläne auf nationaler Ebene tatsächlich umgesetzt werden.

Transparenz wird dafür sorgen, dass dieses Abkommen umgesetzt werden kann und nicht nur ein Wunschtraum bleibt. Wir alle müssen unseren Teil der Verantwortung übernehmen, hinter unseren Zusagen stehen und meinen, was wir sagen, wenn ein internationales Abkommen glaubhaft sein soll.

Vertreter aus mehr als 190 Ländern haben sich in Kopenhagen versammelt. Sie hoffen, diese dringende Herausforderung für unseren Planeten zu bewältigen. Wenn wir es ernst meinen mit diesem Ziel, werden wir alle diese Prinzipien annehmen.

Es ist kein Geheimnis, dass die Vereinigten Staaten den Klimawandel zu lange missachtet haben. Aber jetzt unternehmen wir unter der Führung von Präsident Obama Verantwortung und ergreifen Maßnahmen.

Die Regierung Obama hat in den Vereinigten Staaten bereits mehr zur Förderung sauberer Energie und zur Bewältigung des Klimawandels getan als jemals zuvor in unserer Geschichte. Wir investieren mehr als 80 Milliarden US-Dollar in saubere Energie und arbeiten mit dem Kongress zusammen, um umfassende Gesetze zu Klima und Energie zu verabschieden. Und wir haben unsere Absicht angekündigt, unsere Emissionen bis 2020 um etwa 17 Prozent im Vergleich zu 2005 und schließlich im Einklang mit den endgültigen Klima- und Energiegesetzen zu verringern.

Angesichts der Ziele des Präsidenten würde der eingeschlagene Kurs bei den ausstehenden Gesetzen diese Verringerungen bis 2025 auf 30 Prozent, bis 2030 auf 42 Prozent und bis 2050 auf 80 Prozent erhöhen. Das sind die Art starker nationaler Maßnahmen, die wir für ein erfolgreiches Abkommen brauchen.

Die Vereinigten Staaten haben zudem beispiellose Bestrebungen unternommen, um Partner überall auf der Welt in den Kampf gegen den Klimawandel einzubeziehen, und wir haben greifbare Ergebnisse erzielt. Präsident Obama hat das Major Economies Forum zu Energie und Klima ins Leben gerufen, bei dem Industrie- und Entwicklungsländer gemeinsam an Themen gearbeitet haben, die für eine Übereinkunft wichtig sind. Er stieß zunächst unter den G20 und dann unter den APEC-Ländern ein Abkommen an, mit dem Subventionen für fossile Brennstoffe stufenweise abgebaut werden sollen. Diese Bestrebungen allein könnten die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 10 Prozent oder mehr senken.

Es sollten also keine Zweifel bezüglich unseres Engagements bestehen. Wir sind nach Kopenhagen gekommen – bereit, die nötigen Schritte zu unternehmen, um ein umfassendes und funktionsfähiges neues Abkommen zu erreichen, das eine Grundlage für langfristiges, nachhaltiges Wirtschaftswachstum bietet.

Dieses Unterfangen müssen wir gemeinsam angehen. Alle großen Volkswirtschaften – in Industrie- wie in Entwicklungsländern – müssen umfassende und transparente Maßnahmen ergreifen, um ihre Kohlenstoffemissionen zu senken. Natürlich werden die Maßnahmen der Industrieländer und der großen Entwicklungsländer nicht identisch sein. Aber wir alle müssen unseren Beitrag leisten.

Es ist eine einfache Tatsache, dass nahezu der gesamte Emissionszuwachs in den nächsten 20 Jahren in den Entwicklungsländern stattfinden wird. Ohne ihre Beteiligung und Zusagen ist eine Lösung nicht möglich. Einige sind besorgt, dass ein starkes Klimaschutzabkommen das Vermögen der Entwicklungsländer untergraben wird, ihre Volkswirtschaften aufzubauen. Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben die Chance, Investitionen und neue Arbeitsplätze überall auf der Welt zu fördern und gleichzeitig Millionen der ärmsten Menschen auf der Welt Energiedienstleistungen zur Verfügung zu stellen.

Daher unterstützen die Vereinigten Staaten eine Übereinkunft, die nachhaltige Entwicklung dadurch untermauert und fördert, dass sich die Welt zukünftig hin zu niedrigen Kohlenstoffemissionen bewegt. Diese Übereinkunft muss finanzielle und technologische Unterstützung für Entwicklungsländer vorsehen, die ihre Emissionen senken und auf den Klimawandel reagieren wollen, insbesondere für die ärmsten und schwächsten dieser Länder. Wir sind bereit, uns an gemeinsamen Bestrebungen zur Mobilisierung schneller Finanzierungsmöglichkeiten zu beteiligen, um 2012 bis zu 10 Milliarden US-Dollar bereitzustellen und so die Anpassungs- und Verringerungsmaßnahmen der Länder zu unterstützen, die Hilfe benötigen.

Nach Monaten der Verhandlungen zeichnet sich der zukünftige Kurs ab: Entschiedene nationale Maßnahmen, eine funktionsfähige Einigung, die die Zusagen internationalisiert, Unterstützung für Länder, die am schwächsten sind und am wenigsten darauf vorbereitet, den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen sowie Transparenzstandards, die dem gesamten Prozess Glaubwürdigkeit verleihen.

Die Vereinigten Staaten sind bereit, diesen Weg zu gehen, und wir hoffen, dass der Rest der Welt sich in dieser Woche auch dazu entschließt.

Originaltext: The U.S. Is On Board
siehe: http://www.america.gov/st/texttrans-english/2009/December/20091215112617eaifas0.8669354.html