- • ÜBERBEVÖLKERUNG / ARMUT (20. April 2009)
Der Hunger kennt keine Grenzen
- Von Tom Vilsack
WASHINGTON (AD) Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack vom 20. April 2009.
Vergangenes Wochenende besuchte ich das erste Treffen der G8-Landwirtschaftsminister in der Geschichte der G8. Die gemeinsame Entschlossenheit, den Hunger zu besiegen und das Einkommen und Wohlergehen der ärmsten Menschen auf der Welt zu verbessern, eint die Minister aus den wohlhabendsten Ländern auf der Welt. Die Weltbank schätzt, dass 150 Millionen Menschen als Folge der globalen Wirtschafts-, Nahrungsmittel- und Kraftstoffpreiskrise in extremer Armut leben. Diese Menschen sind nicht in der Lage, die Nahrungsmittel zu bekommen, die sie benötigen, um ein gesundes und produktives Leben zu führen.
Anfang des Monats traf sich Präsident Obama in London mit den Staats- und Regierungschefs der G20, um eine koordinierte Reaktion auf die internationale Wirtschaftskrise auszuarbeiten. Dort kündigte er an, dass er den Kongress anweisen würde, die US-Finanzhilfen für landwirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern auf mehr als eine Milliarde US-Dollar im Jahr 2010 zu verdoppeln. Eine Woche später kündigte ich auf der Internationalen Lebensmittelhilfekonferenz in Kansas City weitere 80 Millionen Dollar zur Finanzierung von vier neuen McGovern-Dole-Lebensmittelprojekten für Bildung und Kindesernährung in Afrika an, mit denen dort 655.000 Kinder ernährt werden.
Warum sind diese Maßnahmen wichtig? Gemeinsam stellen sie eine ausgewogene Herangehensweise an die Herausforderung dar, heute und zukünftig Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. Heute tragen wir dazu bei, im Rahmen unserer Nahrungsmittelprogramme kurzfristige Bedürfnisse zu decken. Die stolze Bilanz der Nahrungsmittelhilfe der Vereinigten Staaten begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben die Vereinigten Staaten ungefähr die Hälfte der von allen Geberländern bereitgestellten Nahrungsmittelhilfe geleistet. Während die Vereinigten Staaten weiterhin der größte Träger von Nahrungsmittelhilfe sind eine bemerkenswerte Leistung der amerikanischen Landwirte, der Arbeit privater wohltätiger Organisationen und amerikanischer Industriebranchen sowie des langjährigen Engagements unserer Bürger, den Überfluss in unserem Land mit Menschen zu teilen, denen es weniger gut geht - müssen wir auch daran arbeiten, Menschen zu unterstützen, sich in Zukunft selbst zu ernähren.
Wir sind jetzt mit einer Realität konfrontiert, in der die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen schneller wächst als das Angebot. Mit seiner Aufforderung an den Kongress hat Präsident Obama seine Entschlossenheit unter Beweis gestellt, den Teufelskreis von Armut und Hunger zu durchbrechen, in dem heute eine Milliarde Menschen auf der Welt gefangen sind. Die Maßnahmen des Präsidenten werden den Entwicklungsländern helfen, die eigene Produktivität anzuregen und Wohlstand in ländlichen Bevölkerungsgruppen zu generieren. Auf diese Weise geben wir den Menschen die Instrumente, die sie brauchen, um sich selbst aus der Armut und vom Hunger zu befreien.
Die Geißeln der Unterernährung und des Hungers kennen keine Grenzen. Auf dem G8-Landwirtschaftsministertreffen vergangene Woche habe ich meinen Amtskollegen gesagt und das habe ich auch den amerikanischen Bürgern erklärt - dass diese Regierung Maßnahmen ergreift und sich für eine Lebensmittelversorgung einsetzt, die sicher, ausreichend und nahrhaft für alle Amerikaner und alle Menschen auf der Welt ist.
Originaltext: Hunger Knows No Borders
Siehe: www.usembassy.de