- • USA-DEUTSCHLAND (05. Januar 2007)
Pressekonferenz von Präsident Bush und Bundeskanzlerin Merkel
- Erklärung des Präsidenten
WASHINGTON (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Eingangsrede von US-Präsident George W. Bush auf der Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Cross Hall am 04. Januar 2007.
Vielen Dank Frau Bundeskanzlerin. Willkommen zurück in Washington. Es ist schön, Sie hier im Weißen Haus begrüßen zu können. Laura und ich freuen uns auf das Abendessen mit Ihnen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Abendessen so gut wird wie das Barbecue, zu dem Sie uns einluden, aber wir werden es versuchen.
Das neue Jahr markiert den Beginn der deutschen Präsidentschaft in der EU und der G8. Wir haben gerade über ein breites Themenspektrum gesprochen. Wir haben die ehrgeizigen Pläne der Bundeskanzlerin für die beiden wichtigen Rollen erörtert. Wir redeten darüber, wie wir weiterhin zusammenarbeiten können, um den Wohlstand, die Sicherheit und den Frieden zu fördern.
Wir sprachen über Afghanistan, und, Frau Bundeskanzlerin, ich bin sehr dankbar für Ihre Unterstützung der Menschen in Afghanistan. Sie nehmen Ihre Verpflichtungen in der NATO ernst. Wir sind stolz darauf, an der Seite eines so starken Verbündeten dienen zu dürfen.
Wir erörterten die Situation in Iran, und ich habe Bundeskanzlerin Merkel für ihre starke Unterstützung bei der Verabschiedung der Sicherheitsratsresolution über Iran gemäß Kapitel 7 gedankt. Wir haben Iran eine wichtige Botschaft übermittelt: Die freie Welt möchte eine friedliche Zukunft. Und wir sehen keine friedliche Zukunft, wenn die Iraner Atomwaffen entwickeln. Und daher möchte ich Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, für Ihre wichtige Rolle danken. Wir werden beim Thema Iran weiterhin zusammenarbeiten. Für uns ist es wichtig, dass wir diese Resolution nach Kapitel 7 weiter verfolgen, um das Problem friedlich zu lösen.
Wir sprachen über die israelisch-palästinensische Frage. Die Bundeskanzlerin hatte den guten Vorschlag zur Einberufung des Quartetts, dem ich zustimme. Ich denke, das Quartett sollte sich zu einem angemessenen Zeitpunkt treffen. Condoleezza Rice wird in Kürze in den Nahen Osten reisen. Sie wird nach ihrer Rückkehr nicht nur mir, sondern auch der Bundeskanzlerin darüber berichten, wie wir den Prozess voranbringen können. Wir halten stark an einer Zweistaatenlösung fest, bei der Israel und Palästina Seite an Seite in Frieden existieren, als zwei Demokratien, die das Existenzrecht des jeweils anderen unterstützen. Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen können. Ich freue mich, zusammen mit der Bundeskanzlerin daran zu arbeiten.
Wir sprachen auch über den Libanon. Eines ist sicher, meine Regierung wird und ich bin sicher, dass dies auch für Bundeskanzlerin Merkel gilt die Regierung Siniora unterstützen. Ist es nicht erstaunlich, dass junge Demokratien ständig von Radikalen und Extremisten angegriffen werden? Der Libanon ist ein solches Beispiel. Ich glaube, dass diejenigen von uns, die das Glück haben, in freien Gesellschaften zu leben, die Verpflichtung haben, Demokratien wie den Libanon zu unterstützen.
Wir erörterten die Lage in Darfur. Ich danke Bundeskanzlerin Merkel für Ihre Anteilnahme an dem Leid, das sich in Darfur abspielt. Sie wissen sicherlich, dass meine Regierung das Leid dort als Völkermord bezeichnet. Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Wir erwarten von der Regierung Bashar, dass sie nicht nur größere Fortschritte im Bereich Sicherheit macht, sondern auch hinsichtlich der Versorgung der leidenden Bevölkerung mit Waren und Gütern. Die Bundeskanzlerin versteht das Problem. Ich weiß es zu schätzen, dass deutsche Flugzeuge Hilfslieferungen nach Darfur bringen. Ihr großes Land engagiert sich hier sehr, und wir freuen uns auch im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft auf die Zusammenarbeit mit Ihnen, um das Leid in diesem Teil Afrikas zu beenden.
Wir sprachen über den Handel. Wir setzen uns für die Doha-Runde ein. Wir müssen intensiv daran arbeiten, unsere Hürden zu überwinden. Die Gespräche über dieses Thema waren aber gut und offen. José Barroso und sein Handelsminister werden am Montag in die Vereinigten Staaten kommen, dann werden wir unseren Dialog über Doha fortsetzen. Ich glaube aber, dass wir zu einem Abschluss kommen können. Es wird lediglich viel Willenskraft und harte Arbeit erfordern. Ich weiß, dass wir eine erfolgreiche Doha-Runde benötigen, wenn wir uns der weltweiten Armut wirklich annehmen wollen. Handel ist der beste Weg, armen Nationen zu helfen, ihre Volkswirtschaft zu entwickeln, so dass die Menschen die Vorteile aus dem Wohlstand, der in ihren Gesellschaften zirkuliert, nutzen können.
Des Weiteren erörterten wir den Klimawandel. Ich habe der Bundeskanzlerin versichert, dass ich mich für die Förderung neuer Technologien einsetze, die die Energieeffizienz erhöhen und gleichzeitig die Umwelt stärker schonen. Ich bin davon überzeugt, dass wir heute die Chance haben, die alten Debatten der Vergangenheit hinter uns zu lassen und uns auf technologische Entwicklungen zu konzentrieren, die uns in die Lage versetzen werden, verantwortungsbewusst mit der Umwelt umzugehen. Gleichzeitig können wir unsere Abhängigkeit von Öl und Kohlenwasserstoffen aus Teilen der Welt verringern, die uns vielleicht nicht mögen.
Hier in den Vereinigten Staaten schreiten wir auf Hochtouren im Bereich neuer Technologien voran, die die Art und Weise verändern werden, wie wir unsere Autos antreiben, unsere Häuser mit Energie versorgen und unsere Straßen beleuchten. Frau Bundeskanzlerin, wir haben über viele Themen gesprochen. Wir werden beim Abendessen die Möglichkeit haben, unsere Gespräche noch zu vertiefen. Ich freue mich sehr, dass Sie hier sind. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für diesen Besuch genommen haben. Sie haben das Wort.
Originaltext: President Bush Welcomes Chancellor Merkel of Germany to the White House
siehe: http://www.whitehouse.gov/news/releases/2007/01/20070104-2.html